Zahlen und digitale Geschichtswissenschaft

Peter Haber schreibt in der NZZ am 26.1.2011 unter dem Titel "Die Rückkehr der Zahlen und Daten" über neue digitale Möglichkeiten in der Geschichtswissenschaft.

Als Beispiel wird im Artikel das Datenbankprojekt zum transatlantischen Sklavenhandel des 16. bis 19. Jahrhunderts erwähnt, bei dem rund 60 angelsächsischen Historiker minutiös die Daten von 35'000 Transporten zusammengetragen haben. Auch erwähnt wird das Datenbankprojekt Ngram von Google, das es ermöglicht, in einem Datenpool von rund 5 Millionen im Rahmen von Google Books gescannten Büchern nach Wörtern zu suchen und diese auf einer Zeitachse zu visualisieren.

Presserecherche mit Google News

Google News ermöglicht die gezielte Suche nach Pressetexten im Netz. Mit der Google News Archive Search (USA) gibt es auch eine erweiterte zeitliche Archivsuche, z.B. nach englischsprachigen Pressetexten.

Für eine Mittelschule, die abgesehen von Swissdox keinen Zugriff auf kostenpflichtige News-Datenbanken hat, ist dies eine interessante Möglichkeit, z.B. englischsprachige Pressetexte zu finden. Wer nichts für die Volltexte bezahlen möchte, klickt bei der Advanced Search bei der Preisangabe auf "no price" und findet dann nur kostenlose Texte.  Mehr dazu auf Blog4Search.

eReader in Studium und Lehre, Nachtrag

Mittlerweile hat Rudof Mumenthaler seinen Vortrag zum Thema "eReader in Studium und Lehre" blogthek 20.1.2011) auf  Innovation@ETH-Bibliothek zusammengefasst:

  • "Von allen eReadern eignet sich nur das iPad zum Einsatz im Studium, wenn auch mit Abstrichen. Voraussetzung sind installierte Apps wie GoodReader (zum Herunterladen, Organisieren, Lesen und Bearbeiten von PDF-Dokumenten), Dropbox (zum online Abspeichern der Dokumente), QuickOffice oder Pages (zum Schreiben und Bearbeiten von Textdokumenten) oder Keynote bzw. QuickOffice zum Bearbeiten und Vorführen von Präsentationen.
  • Modelle zur Onleihe oder E-Lending sind zwar technisch vorhanden. Alle  basieren auf dem DRM Adobe Adept. Das funktiniert zwar mit den meisten Readern (und mit der App BlufireReader auch mit dem iPad), doch sind die Lizenzmodelle und die Inhalte für eine Hochschulbibliothek noch nicht genügend. Gerade wenn eine Bibliothek schon zehntausende E-Book gekauft hat, macht es keinen Sinn, dieselben Titel bei einem Dienstleister für E-Lending nochmals zu lizenzieren. Auch hier sind die Verlage gefordert, die alleine oder mit Aggregatoren ein Paket anbieten müssen, das punkto Preis, Inhalt und Format überzeugt."

 

Bündner Roboter-Ingenieure

Helveticrobot.ch ist ein Zusammenschluss von Churer Kantonsschülern, die gemeinsam Roboter bauen. Während einer Woche wurden sie jetzt im Autonomous Systems Lab der ETH Zürich von erfahrenen Spezialisten begleitet.

Nächstes Ziel ist die U20-Weltmeisterschaft in Istanbul. Helveticrobot auf Twitter gibt einen kleinen Eindruck von der Arbeit der Roboter-Bauer (via ETH Life).

IK an der UB Oldenbourg

In der Zeitschrift "Bibliotheksdienst", Heft 12 (Dez. 2010), S. 1145-1153 (z.Zt. online bis Heft 10/2010) ist unter dem Titel "Vom Leben des Eichkätzchens bis zur Chaostheorie: die Facharbeiten-Sprechstunde der UB Oldenburg" ein Artikel zu finden zum Thema Informationskompetenz mit der Idee einer (personalintensiven) Sprechstunde in der UB Oldenburg.

Mehr zum Thema Förderung von Lese- und Informationskompetenz an den allgemein und berufsbildenden Schulen Oldenburgs und der Region ist unter schubi-ol.de zu finden (danke an Regula Berger für den Hinweis. Regula arbeitet ab Februar 2011 neu als Leiterin der Mediothek der KS Olten).

Waybackmachine mit neuer Beta-Version

Die Wayback Machine auf www.archive.org ist ein sehr nützliches Tool, um alte Versionen von Websites hervorzuholen.

Seit kurzem gibt es jetzt eine neue Beta-Version der Wayback Machine, die noch einfacher als die Vorgängerversion funktioniert. Sucht man dort die Ur-Version der Digithek, findet man z.B. eine erste Version für den Kanton Zürich vom 11.2.2003 mit gelbem Hintergrund! Mehr zur neuen Beta-Version der Wayback Machine hier, auf resourceshelf.com und im @web-Suchmaschinen Blog.

Deutschschweizer Mittelschulen auf Foursquare

Foursquare ist ein soziales Netzwerk, auf dem u.a. via Smartphone vermerkt werden kann, wo man sich gerade aufhält (location based service). Die Nutzung hat 2010 stark zugenommen, wie auf einer Graphik auf iLibrarian ersichtlich ist.

Universitäten kümmern sich bereits aktiv um Foursquare, wie locationmarketing.at berichtet. Von den Deutschschweizer Bibliotheken ist z.B. die ETH-Bibliothek in Zürich mit ihrem Angebot präsent. Spitzenreiter unter den Mittelschulen ist momentan die Kantonsschule Oerlikon mit 190 Check-ins. Zu finden ist aber auch die Alte Kantonsschule Aarau (22 Check-ins), sogar mit dem Schwanenteich (4 Check-ins). Welche Mittelschulmediothek ist zuerst auf Foursquare vermerkt?

Schweizerische Landeskarten online

Für Schweizerische Landeskarten gibt es mittlerweile eine ganze Anzahl von Online-Quellen. Hier die Zusammenfassung einiger nützlicher Links, und wann in der Blogthek darüber berichtet wurde (danke an Lea Gysel, KZO für die Zusammenstellung):

  • Mapplus von Tydac mit zahlreichen Funktionen (neu mit Geländekarte, mit der z.B. die Hangneigung berechnet werden kann)

 

Digitaler Alltag eines Historikers

In der NZZ vom 22.1.2011 ist unter dem Titel "Die Bibliothek auf dem Schreibtisch" ein Artikel des Historikers Philipp Blom erschienen. Darin beschreibt er, wie das Internet ihn unabhängig von den Öffnungszeiten der Bibliothek macht und seinen Arbeitsalltag vereinfacht (danke an Eliane für den Hinweis):

"Die Bibliothèque nationale in Paris zum Beispiel stellt sukzessive alle Bücher, die nicht mehr unter Copyright sind, eingescannt ins Netz, und ich kann den Grossteil der Primärliteratur in den Originalausgaben aus vergangenen Jahrhunderten bei mir zu Hause lesen. Das ist eine ungemeine Erleichterung, zumal ich leicht asoziale Arbeitszeiten habe. Wenn ich um zwei Uhr morgens einen Brief von Voltaire oder eine Stelle in einem atheistischen Pamphlet aus dem vorrevolutionären Frankreich nachsehen will, schlafen rechtschaffene Bibliothekare bereits, aber das geduldige Internet zeigt mir, was ich sehen wollte."

 

Neues Tor zur Elektronischen Bibliothek Schweiz

Das neue Webportal von e-lib.ch (Beta-Version seit 11.1.2011) soll zum zentralen nationalen Portal für wissenschaftliche Informationsbereitstellung und Recherche werden.

Es bietet einen gemeinsamen Zugang zu den 20 Teilprojekten von e-lib.ch, zu den Beständen der Schweizer Hochschulbibliotheken und weiteren Institutionen (Integration des Recherchetools Primo). Sehr informativ ist der Newsletter, in dem u.a. zu erfahren ist, dass es seit September 2010 eine geographische Suche für Schweizer Karten auf kartenportal.ch gibt. Diese ermöglicht es, Schweizer Karten auf einer Landkarte und einem Zeitstrahl zu suchen und die Bestandesnachweise in Schweizer Bibliotheken anzeigen zu lassen (via infoclio.ch).

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